Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

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Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Mo Nov 04, 2013 9:57 pm

ich las, dass am Kellerfenster (der einzig mögliche Weg für einen Einbrecher) ein unbeschädigtes Spinnennetz gefunden wurde - das Einbruchszenario sei damit widerlegt, denn die in Frage kommende Spinnenart würde ab Anfang November "ruhen", das Netz sei also Wochen alt gewesen, und ein Einbrecher könne somit nicht durchs Kellerfenster eingedrungen sein. Wer weiß näheres?

(Anbei bemerkt: Prima Beweisführung! Ich liebe Forensik!)

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von Photographer73 am Di Nov 05, 2013 3:59 am

J. Ramsey gab an, daß er dieses Fenster früher selbst einmal eingeschlagen hätte, um ins Haus zu gelangen, als er sich ausgesperrt hatte oder den Schlüssel vergessen hatte... Somit wäre klar gewesen, daß es ein evt. Täter auch hätte zum einsteigen nutzen können.

Bez. des Spinnennetztes gibt es folgendes:

John Ramsey had presented his own theory on the murder of his daughter to all who would listen. He pointed to the location of a blue suitcase under the basement window and told of finding the window open when he searched the basement on the morning of the alleged kidnapping. He theorized that the murderer had made his entrance and escape through the window. However, as noted by detectives arriving early on the morning of December 26, an intact spider web covered the grate which blocked off the window. In order to enter or exit the window, the grate would have had to have been removed.

This grate was photographed and collected for evidence. Interior dusting of the window for fingerprints was done by crime scene investigators and no latent prints were found. In May, the photos were submitted to Brent Opell, Professor of Biology at the Virginia Polytechnic Institute and State University in Blacksbury, Virginia. Prof. Opell reported that the web was that of the Agelenidae, known as a funnel-web spider. The web was reasonably intact and extending through the grating, suggesting that the grating had not been disturbed since the spider constructed its web. According to Prof. Opell, these types of spiders would cease constructing webs no later than early November, thus indicating that no one had entered that window well past this early November deadline. The theory that anyone could have entered the Ramsey residence through this broken window was totally discounted by this simple evidence of nature.

Entnommen wurde es den sogenannten Bonita-Papers... Aufzeichnungen von Bonita Sauer, die an die Presse gelangten.

The "Bonita Papers" are the unedited "notes" of Bonita Sauer,
secretary/para-legal to Dan Hoffman who was an attorney working for the Boulder Police department.

The Boulder police gave a presentation to Hoffman and hoped he would support them in their quest for an arrest of Patsy Ramsey. Their presentation was, apparently, incomplete and not entirely truthful. Bonita "borrowed" the Ramsey files from her employer and made copies, intending to write a book from those notes. She showed them to family, and a nephew, following the example of his aunt, made a copy himself and sold them to the tabloids.

Die "Bonita-Papers" :

acandyrose.com/1999-BonitaPapers.htm  

Es ist anscheinend nicht weiter belegt, ob diese Bonita-Papers authentisch und korrekt sind, oder doch ein Fake. Allerdings bezieht sich auch der ehemalige Ermittler James Kolar in seinem Buch auf die Spinnennetze und deren Relevanz für den Fall. Auch wurden die Papers und darin getätigte Aussagen  nicht von den Ermittlungsbehörden dementiert.

Weitere Infos und Pro und Contra zum Spinnennetz

jonbenetramsey.pbworks.com/w/page/11682499/Potential%20Points%20of%20Entry#SpiderWebEvidence

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Di Nov 05, 2013 10:10 am

Danke. Die parallelen zum McCann-Fall gehen bis in die Details. Erst macht man auf ein geöffnetes Fenster aufmerksam, welches das Intruder-Szenario belegen soll - und wenn dieses Indiz wankt, gibts auf einmal lauter unverschlossene Türen...

http://jonbenetramsey.pbworks.com/w/page/11682468/Evidence%20of%20an%20Intruder

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Di Nov 05, 2013 10:50 am

Hier Smits Sicht:

http://www.jameson245.com/doc2usa.htm

Zwei Probleme sehe sogar ich:

a) Auch er scheint das kellerfenster zu bevorzugen - was aber eben, sofern das Spinnennetz wirklich da war, nicht funktioniert

b) er behauptet, der Schlag könne nicht zuerst ausgeführt worden sein, denn: "Head wounds normally bleed very profusely. If someone is hit on the head with any force at all it will either swell or it will bruise or it will bleed." Und das ist so nicht richtig.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von Photographer73 am Do Nov 07, 2013 2:23 pm

Nochmal kurz zu diesem Kellerfenster... Die Ramseys sagten aus, daß sehr viele Leute einen Schlüssel zum Haus gehabt hätten, u.a. auch ein älteres Paar gegenüber, was immer einen Blick auf das Haus geworfen haben soll, wenn die Familie nicht da war. Wenn aber, überspitzt ausgedrückt, die halbe Nachbarschaft einen Schlüssel zum Haus hatte - warum hat John Ramsey dann unnötiger Weise dieses Kellerfenster aufgebrochen, als er sich zu einem früheren Zeitpunkt ausgesperrt hatte ?

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von SusiSK am Fr Nov 08, 2013 9:24 am

weiss man genaue Zeit wann die kliene gestorben ist? ob es am Abend oder in der Nacht oder am der frueheren Morgen war?

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Sa Nov 09, 2013 11:59 am

Photographer73 schrieb:Nochmal kurz zu diesem Kellerfenster... Die Ramseys sagten aus, daß sehr viele Leute einen Schlüssel zum Haus gehabt hätten, u.a. auch ein älteres Paar gegenüber, was immer einen Blick auf das Haus geworfen haben soll, wenn die Familie nicht da war. Wenn aber, überspitzt ausgedrückt, die halbe Nachbarschaft einen Schlüssel zum Haus hatte - warum hat John Ramsey dann unnötiger Weise dieses Kellerfenster aufgebrochen, als er sich zu einem früheren Zeitpunkt ausgesperrt hatte ?
sauber analysiert, danke.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Sa Nov 09, 2013 12:21 pm

Es gibt noch ein Indiz für das Hausintern-Szenario: Die Ransome-Note.

Dass die dortige handschrift deutliche Anklänge an Patsy Ramseys Handschrift aufweist, ist unstreitig, wird letztlich nicht einmal durch die Gutachter der familie bestritten.

Wie plausibel ist es, dass ein fremder Intruder, der die ransome-Niote schreibt, sozusagen zufällig und auf Anhieb Patsy Ramseys Handschrift so gut imitieren kann, dass sie in Verdacht gerät? Für mich ist diese Überlegung sogar eine der entscheidenden.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von Photographer73 am So Nov 10, 2013 10:59 pm

pfiffi schrieb:
Photographer73 schrieb:Nochmal kurz zu diesem Kellerfenster... Die Ramseys sagten aus, daß sehr viele Leute einen Schlüssel zum Haus gehabt hätten, u.a. auch ein älteres Paar gegenüber, was immer einen Blick auf das Haus geworfen haben soll, wenn die Familie nicht da war. Wenn aber, überspitzt ausgedrückt, die halbe Nachbarschaft einen Schlüssel zum Haus hatte - warum hat John Ramsey dann unnötiger Weise dieses Kellerfenster aufgebrochen, als er sich zu einem früheren Zeitpunkt ausgesperrt hatte ?
sauber analysiert, danke.
Diese Kleinigkeit ließ mir auch keine Ruhe, und ich habe versucht mir das zu erklären. Vielleicht war es mitten in der Nacht, und er wollte die Nachbarn nicht stören ? Anscheinend war es aber anders. Patsy wurde zu diesem Detail durch die Polizei befragt, in ihrer Vernehmung vom April 30, 1997 sagte sie zu den sich im Umlauf befindenden Schlüssel:

ST: Concerning keys to the house Patsy uh, and access to the house, outside of John Andrew being in Boulder, were there another keys outstanding other than John Andrew’s and the Barnhills?
PR: Uh, my dad had a key. Um . . .
ST: Had that been accounted for?
PR: Has that been accounted for?
ST: Does Don Paugh still have that key.
PR: I don’t know. Um. . .
ST: Had anybody asked Don Paugh if he still has that key.
PR: (Coughing, response unknown) Excuse me. Uh, my cleaning lady had a key, Linda. The Barnhills I believe actually gave two keys, because I had given her one and she couldn’t find it. I think I gave them another one? Uh, Barbara Fernie had one at one time, I’m not sure. I think I might have gotten that back from her. Pricilla had one I believe. Uh . . .
ST: Does Pricilla still have that key?
PR: I don’t know. I can’t remember. It seems like I gave it to her before we went to the lake, because she was going to have a lot of house guest and I thought if she wanted to, you know, use the house for any reason she could have the key.
ST: What is the status of the key or keys that you gave the Barnhills?
PR: The status right now?
ST: Yeah. Have you gotten those back?
PR: I haven’t, no, I don’t know where they are. I don’t know what the status is of those?
ST: Would it be inaccurate if the Barnhills were saying that they returned the key to you? Could that be possible?
PR: Um, it could be possible I guess. I don’t remember, and I think, I think I gave it to them and the intent was if I got, anybody got locked out of the house they would have a key. So I don’t, I mean, it wasn’t like, you know, keep this for two days and then give it back to me or something, you know.
ST: And as some point we’ll come, uh, uh, Tom has some questions for you about when John had to break in that basement window . . .
PR: Right.
ST: . . .but was there any reason you couldn’t or John could not have retrieve the key from the Barnhills at that time to get in rather than breaking the window?
PR: He, he may not have know they had a key.


Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage kann und will ich nicht beurteilen. Ich kann nur von mir ausgehen, und da bin ich mir ziemlich sicher, daß ich im umgekehrten Fall meiner Frau sagen würde, wer alles Schlüssel zu unserem Haus hat. Aber wie gesagt, deswegen kann ich nicht von mir auf andere schließen.

In dieser Vernehmung sagte sie auch aus, daß die Alarmanlage des Hause seit Jahren nicht mehr benutzt wurde:

TT: Okay. And let me back you up just a little bit. Do you guys ever use the alarm system I that house at all?
PR: No, we didn’t use it in years.
TT: Okay. Do you remember about when the last time you used the alarm system was?
PR: Well, I remember when JonBenet was probably two or three, it was, the house was still under construction. She was probably two.
TT: Um hum.
PR: And I didn’t even know the alarm system was activated yet, because we had had so many people in and out of there. She drug that little, this little bench we had back by the garage door, drug it over and I think she was trying to hit the garage door opener, but she hit, you know, boom, boom, boom on that . . .
TT: The keypad.
PR: . . .keypad and I mean it just, it’s an interior alarm. It’s got the speakers or whatever they are inside the house and it is just deafening. And uh, John, we ran back to the keypad, cause I had never really heard it go off and she was standing there, you know, like, and uh, I mean, I didn’t even know how to shut the dumb thing off cause I didn’t even know it was activated and pretty soon I, I was trying to call Safe Systems or whoever it was that I thought had been working on it and uh, I mean, you just couldn’t stay in the house it was so awful, so loud. And uh, I remember grabbing John’s cellular phone, because I couldn’t dial it inside the house it was too . . .
TT: Um hum.
PR: . . .loud and pretty soon I heard these sirens and apparently she had hit the button that, you know, don’t ask questions, just sent help.
TT: Um hum. So everybody came.
PR: Everybody came and, and, you know, they were saying well, you know, if this is your house why don’t you turn it off? And I was like we don’t know the code, you know, so that was the last, so we didn’t use it because of that, cause, cause like every time that we ever used the alarm system it would go off erratically and . . .
TT: Had problems with it? So it hasn’t, you hadn’t use it or it has it not been hooked up to an alarm company at all?
PR: I believe it was hooked up to a, um, I don’t know if you call it an alarm company or whatever, but for fire . . .
TT: Um hum.
PR: . . .but somehow I think that the smoke detectors were incorporated into that. . .
TT: Um hum.
PR: . . .and I think we did have it monitored, you know, for that purpose. . .
TT: Okay.
PR: . . .for the fire protection...(continued)

Komplette Vernehmung: forumsforjustice.org/forums/showthread.php?t=5197

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von Photographer73 am Mi Nov 13, 2013 6:06 pm

pfiffi schrieb:Es gibt noch ein Indiz für das Hausintern-Szenario: Die Ransome-Note.

Dass die dortige handschrift deutliche Anklänge an Patsy Ramseys Handschrift aufweist, ist unstreitig, wird letztlich nicht einmal durch die Gutachter der familie bestritten.

Wie plausibel ist es, dass ein fremder Intruder, der die ransome-Niote schreibt, sozusagen zufällig und auf Anhieb Patsy Ramseys Handschrift so gut imitieren kann, dass sie in Verdacht gerät? Für mich ist diese Überlegung sogar eine der entscheidenden.

Für mich auch, die RN ist ein Knackpunkt.

1. Das Papier stammte aus dem Haushalt der Ramseys. Es wurde einem Notizblock zugeordnet, der sich im Haus befand. Ebenso wurde zum schreiben ein Stift aus dem Haushalt der Ramseys benutzt, der dann wieder an die Stelle zurückgelegt wurde, wo er sonst auch immer lag.

2. Die Handschrift ähnelt frappierend der von Patsy. Es gab mehrere Untersuchungen seitens der Polizei und auch von den Ramseys in Auftrag gegeben, alle schlossen John als Verfasser aus, Patsy konnte nie ausgeschlossen werden. Zwar sprechen all diese Gutachten davon, daß sie sie nicht zu 100% als Verfasser identifizieren können, aber eben auch nicht ausschließen, was bei allen anderen getesteten Personen der Fall war. Vergleich von Patsy's Handschriftenprobe und dem Erpresserbrief:

Original:

http://2.bp.blogspot.com/-h8aIn8PIBWo/UhD5y_AJxvI/AAAAAAAAFmg/oinuPHCuzfI/s1600/X-JonBenet%2BRansom%2BNOTE%2B-%2BShadowGov%2B%3D%2BSmall%2BForeign%2BFaction%2B-%2BBobEnyartMurderedJonBenetRamsey.jpg

Patsy:

http://www.acandyrose.com/patsychart2-rhsample2.gif


3. Die RN umfaßt fast 3 Seiten, damit gilt sie als eine der längsten in der Geschichte der Kriminalistik. Normaler Weise wird relativ kurz klar gemacht, um was es geht und welche Forderungen gestellt werden. Abschrift der RN:

Mr. Ramsey. Listen carefully!

We are a group of individuals that represent a small foreign faction. We respect your business but not the country that it serves. At this time we have your daughter in our possession. She is safe and unharmed and if you want her to see 1997, you must follow our instructions to the letter.

You will withdraw $118,000.00 from your account. $100,000 will be in $100 bills and the remaining $18,000 in $20 bills. Make sure that you bring an adequate size attache to the bank. When you get home you will put the money in a brown paper bag. I will call you between 8 and 10 am tomorrow to instruct you on delivery. The delivery will be exhausting so I advise you to be rested. If we monitor you getting the money early, we might call you early to arrange an earlier delivery of the money and hence a earlier pickup of your daughter.

Any deviation of my instructions will result in the immediate execution of your daughter. You will also be denied her remains for proper burial. The two gentlemen watching over your daughter do not particularly like you so I advise you not to provoke them. Speaking to anyone about your situation, such as Police, F.B.I., etc., will result in your daughter being beheaded. If we catch you talking to a stray dog, she dies. If you alert bank authorities, she dies. If the money is in any way marked or tampered with, she dies. You will be scanned for electronic devices and if any are found, she dies. You can try to deceive us but be warned that we are familiar with Law enforcement countermeasures and tactics. You stand a 99% chance of killing your duaghter if you try to out smart us. Follow our instructions and you stand a 100% chance of getting her back. You and your family are under constant scrutiny as well as the authorities. Don't try to grow a brain John. You are not the only fat cat around so don't think that killing will be difficult. Don't underestimate us John. Use that good southern common sense of yours. It is up to you now John!

Victory!
S.B.T.C

4. Gefordert wurden 118.000 $. 1996 erhielt John Ramsey einen beruflichen Bonus in Höhe von $ 118,117.50. Hatte der Entführer also Insiderwissen, oder ist es ein weiteres Indiz für einen Verfasser innerhalb der Familie ? Die Ramseys waren vermögend, John's Vermögenswerte wurden zu dieser Zeit auf über 7,5 Millionen $ geschätzt. Wieso sollte ein Entführer nur etwas über 100.000 $ als Lösegeld fordern, und dann noch so eine krumme Summe ?

5. Formulierung der RN. Im Brief identifiziert sich der Verfasser als Teil einer "ausländischen Fraktion". Dies stuften Linguisten als Lüge ein, weil sich niemand selbst als fremd bezeichnen würde. Fremdsein wäre ein Wort, was nur ein Einheimischer verwenden würde, um einen Migrationshintergrund vorzutäuschen. Desweiteren wurden anscheinend bewußt Fehler in der Rechtschreibung eingebaut, schwierige Worte aber fehlerfrei geschrieben, z.B. Attache. Außerdem wird “that good, Southern common sense of yours” angesprochen, was ein Hinweis auf einen Südstaatler sein könnte. (Patsy kam aus West Virginia und lebte eine Weile in Atlanta) Der Verfasser spricht im Text mal in der "Wir" Form, dann wieder nur von sich selbst, was gegen eine Gruppe spricht. In einer Passage der RN wird geraten, daß John ausgeruht sein soll... (The delivery will be exhausting so I advise you to be rested) Welchen Verbrecher juckt es, ob jemand ausgeruht ist ? Lt. Psychologen ist dieses äußern von Sorge um das Wohlergehen eine unbewusste Offenbarung des Verfassers und läßt Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zu, weshalb zu einem weiblichen Verfasser tendiert wird.

Der Verfasser spricht davon, daß JonBenet enthauptet werden würde, wenn die Ramseys die Polizei oder sonstwen über die Entführung informieren. Psychologisch betrachtet ist die Tötungsart hochinteressant gewählt, da sofort Bilder und Assoziationen entstehen, und der Schock nochmals größer sein dürfte, als wenn nur von einer Tötung gesprochen wird. Enthauptung ist grausam, die Vorstellung setzt sich im Kopf fest. Trotz der Ermahnungen gingen die Ramseys das Risiko ein und riefen die Polizei. Dies finde ich persönlich vernünftig und es würden wahrscheinlich auch die meisten anderen tun, allerdings stellt sich mir die Frage, ob man dann noch das Risiko eingeht und sofort mehrere Freunde anruft, informiert und diese zu sich ins Haus bestellt, entgegen der Ermahnungen der Entführer, die bei Zuwiderhandlung dem Kind mit Enthauptung drohen.  

6. Unterschrieben wurde die RN mit S.B.T.C, was anscheinend ein Kürzel für die "kleine ausländische Fraktion" sein soll. Der Boulder Police Detective Steve Thomas, der direkt an den Ermittlungen im Ramsey Fall beteiligt war, deutet es als weiteres Indiz für Patsy als Verfasser, da sie auch privat öfter Akronyme benutzte. So schrieb sie auf eine Weihnachtskarte für ihre Freundin Barbara V. Furney - BVFMFA - was Barbara V. Furney, Master of Fine Arts heißen sollte und unterschrieb mit - PPRBSJ - was für Patsy Paugh Ramsey, Bachelor of Science in Journalism stehen sollte.

7. Auf der RN wurden weder Fingerabdrücke von Patsy, noch von John Ramsey gefunden. Steve Thomas versuchte in seinen Vernehmungen von Patsy zu erfahren, wie das sein könnte, weil sie früher immer ausgesagt hatte, daß die RN auf der Treppe lag und sie sie aufgehoben und gelesen hätte. Später sagte sie dann, daß sie sich nicht erinnern könnte, und sie sie evt. auch im stehen, ohne sie zu berühren, gelesen haben könnte.

Wenn ich all das zusammennehme, besteht für mich eigentlich kaum noch ein Zweifel, daß Patsy die RN geschrieben hat, im Zuge eines Cover up, sie ist Teil einer Inszenierung, um den Tod des Mädchens zu vertuschen und die Ermittlungen in eine falsche Richtung zu lenken. Linguistisch betrachtet ist sie ein Fake, und wenn man die Analysen der Experten im Ganzen liest, erkennt man sehr schnell, daß eigentlich alles zusammenpaßt. Komponenten wie Abstand, Rhythmus, Druck usw. stimmten mit Patsys Vergleichsproben überein. Die Wahrscheinlichkeit, daß jemand anderes ins Haus eindringt und die RN schreibt und dabei so gut Patsys Handschrift und Stil kopiert, ist absolut gering, und ich glaube auch, daß Graphologen das erkennen würden. Einen Erpresserbrief über 3 Seiten schreibt man nicht in 5 Minuten, erst recht nicht, wenn man angeblich ein Ausländer ist. Und irgendeine "ausländische Fraktion", der es um Lösegeld gehen würde, käme wahrscheinlich auch nicht auf die Idee, den Brief erst im Haus zu schreiben, anstatt ihn mitzubringen. Außerdem paßt eine geplante Entführung, bei der es um Geld geht, nicht zur Tötung der Kleinen. Selbst wenn irgendwas schief gegangen wäre, und JonBenet hätte sterben müssen, käme kein Entführer auf die Idee mit dem Kind noch eine Weile im Keller zu verbringen und es langsam und qualvoll zu töten und zu mißbrauchen. Im umgekehrten Fall verfassen Pädophile keine RN, und verschwenden damit Zeit, in der sie entdeckt werden könnten.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von SusiSK am Mi Nov 13, 2013 10:00 pm

Photographer73 super geschrieben




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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Mi Nov 13, 2013 11:15 pm

auch von mir ein dankeschön. kann man fast schon case closed sagen, wie? Interessant, dass man sich, wenn man nur genug Geld für Anwälte/PR-Berater hat, von jedem noch so dringenden Tatverdacht reinwaschen kann. Vergl auch Fall O.J. Simson.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von Photographer73 am Mi Nov 13, 2013 11:19 pm

Seh' ich nicht so. Nur weil Patsy die RN schrieb, heißt das ja noch lange nicht, daß sie auch der Mörder ist. Sie hat mit diesem Brief versucht zu vertuschen, aber was vorher passierte bleibt im Dunkeln. Täter, Motiv, Ablauf usw.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von SusiSK am Mi Nov 13, 2013 11:26 pm

Meine Meinung nach Patsy hat mit dem Brief selber oder Burke retten wollen. Aber das ist klar. Und ob sie es auch eventuell fuer ein anderer Famileinanghoerige machen wuerde weiss ich nicht.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Mi Nov 13, 2013 11:29 pm

das stimmt natürlich, war etwas unklar formuliert: ich meinte: case closed hinsichtlich der Frage Fremdtäter oder familieninterne Tat.

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Do Nov 14, 2013 9:07 pm

an "unseren" ramsey-Experten folgende Frage:

ich lese in der neglischen Wiki:

Wikipedia schrieb:There is no innocent explanation for its incriminating presence at three sites on these two different items of clothing that JonBenét was wearing at the time of her murder.
Zum zweiten verweise ich auf die Fußspuren.

Also doch ein Intruder?

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von Photographer73 am Mo Nov 18, 2013 4:38 am

Ich kann Dir gerade nicht ganz folgen, auf was beziehst Du dich jetzt ?

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Re: Komplex Szenario Einbrecher/Entführer

Beitrag von pfiffi am Mo Nov 18, 2013 11:05 am

Oh sorry, es geht um zwei Fragen

a) Stimmt es, dass es fremde DNA-Spuren an der Unterwäsche gab, für es keine innocent/unschuldige Erklärung geben kann?
b) Wurden im Auffinderaum Fußspuren gesichert, die von einem Fremden stammten?

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